Uri Rom - Biographisches
Der israelische Dirigent, Komponist und Musiktheoretiker erhielt Klavierunterricht sowie Unterricht in Musiktheorie, Dirigieren und Cembalo. Sein Dirigierstudium begann er an der Rubin Musikakademie in Tel Aviv bei Noam Sheriff. Er absolvierte ein Kapellmeister-Studium an der Hochschule der Künste Berlin bei Prof. C.A. Bünte mit Auszeichnung und besuchte weitere Meisterkurse bei Neeme Järvi (Estland), Rolf Reuter (Deutschland) und Otakar Trhlík (Tschechien). Weitere Ausbildungsstationen waren Cembalo- und historische-Aufführungspraxis-Studium an der Schola Cantorum in Basel sowie Musiktheoriestudium an der Universität der Künste Berlin.

Uri Rom konzertierte u. a. mit dem RIAS-Jugendorchester, mit dem Deutschen Kammerorchester und mit dem Philharmonischen Orchester Hrádec Kralové und leitete das Junge Orchester der Freien Universität Berlin. Bis 2009 unterrichtete er Orchesterdirigieren an der Universität der Künste Berlin. Er arbeitete als Studienleiter mit Dirigierverpflichtung am Brandenburger Theater sowie am Luzerner und am Flensburger Theater. 1999 gründete er die Kammerakademie Berlin. 2004 initiierte und leitete er die erste moderne Aufführung der frühromantischen Oper Die Schweizer Familie von Joseph Weigl, anschließend erschien die Oper als viel gelobte CD- Produktion beim Label Guild. 2005 war er Assistent von René Jacobs im Rahmen einer Produktion von G. Ph. Telemanns Brockes Passion.

Zurzeit promoviert Uri Rom über die Verwendung der Tonarten in Mozarts Werken an der TU-Berlin. Die Vertiefung in Mozarts Stilistik führte zu einigen Stilkopien und ›Rekonstruktionsarbeiten‹. Uri Roms Ergänzung zu Mozarts Hornkonzertsatz KV 494a erschien 2007 bei Robert Ostermeyer Musikedition und erhielt eine lobende Besprechung von Ulrich Konrad in der Fachzeitschrift Acta Mozartiana. Im Sommer 2008 überarbeitete er für die Akademie für Alte Musik Berlin eine Mozart zugeschriebene Sinfonia concertante für Oboe, Fagott und Orchester, die im In- und Ausland mit großem Erfolg zur Aufführung gelangte. 2007 wurde er von dem Orden Pour le Mérite für Wissenschaften und Künste beauftragt, Mendelssohns Humboldt-Kantate neu zu arrangieren, eine Fassung die seitdem regelmäßig als Eröffnungsmusik bei der Jahresversammlung des Ordens in Anwesenheit des Bundespräsidenten erklingt.

In letzter Zeit befasst sich Uri Rom zunehmend mit Komposition und entwickelt einen ›postmodernen‹ Stil, der zwischen den Sphären der ›E-‹ und ›U-Musik‹ zu vermitteln trachtet. 2002 war er Preisträger im Opernkompositionswettbewerb der Neuköllner Oper Berlin, darauf hin widmete ihm die Neuköllner Oper 2003 ein Komponistenportrait. Neulich wurde das Auftragswerk für Klaviertrio Modern Times (eine Chaplin-Hommage) bei den Internationalen Musiktagen Freden mit großem Erfolg uraufgeführt. Für eine neue Produktion des Berliner Renaissance-Theaters vertonte er Dantes Jugendwerk La vita nova . Über seine Vertonung der Dante’schen Gedichte schrieb die Neue Musikzeitung »Theatermusik im besten Sinne«.